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Nach dem letzten Trendcamp auf Schloss Krumbach zum Thema “Open Innovation” habe ich -gemeinsam mit Robert Bauer von der Rotman School of Management - letzte Woche zum Thema Design Thinking das nächste Trendcamp organisiert. Paul Hughes hat seine Design-Aufzeichnungen auf flickr veröffentlicht, eine gute Illustration vieler Elemente von Design Thinking.
Wir hatten zwei sehr intensive Tage mit Designern und abteilungsübergreifenden Managern von der Telekom Austria. Aussagen von den Teilnehmern u.u. waren:
- Begegnung mit Respekt
- Gestaltung erlebt und erfahrbar gemacht
- Gestaltung und Design hat viel mit Übung zu tun
- Ausräumen von gegenseitigen Vorurteilen
- Ein Event, der ehrliches und ungewöhnliches (abseits von Präsentationen) Aufeinandertreffen ermöglicht hat
- Viel neues gelernt (Erfahrungs-Engineering, Design Thinking,), Erweiterung der eigenen “Welt”
- “Design Thinking” ist eine Erweiterung des “Team-Portfolios”
- Reiz bestand in dem Aufeinandertreffen mit Leuten, die eine grundverschiedene Denke haben
- Macht wieder Mut (nach Downsizing, Outphasing) in Innovation zu denken
- Wie man an etwas herangeht wird immer wichtiger (Mindset, Haltungen etc)
- Verdient das Wort Dialog

Die Trendcamps haben sich als ausgezeichnetes Werkzeug für die Transmissionsfunktion der net culture lab bewährt. Es war und ist ja immer vorrangiges Ziel der net culture labs, dass ein Cross-over zwischen Corporate und Community stattfindet. Die Mikro-Förderung der Projekte war ein Mittel zum Zweck, aber nie das eigentliche Ziel. Dies ist leider oft missverstanden worden.
Im Rahmen der für die Telekom Austria entworfenen und betriebenen Innovationslabs net culture lab hat im Sommer dieses Jahres der Wettbewerb zukunft zuhause stattgefunden. Jungen Experten und Expertinnen waren aufgerufen, ihre Ideen und Vorschläge für Anwendungen und Produkte des Zuhauses der Zukunft vorzustellen. Dabei sollen Visionen beschrieben werden, in der Geräte, Anwendungen und Services im Zusammenspiel Menschen bei ihren täglichen Aktivitäten und Aufgaben zu Hause unterstützen.
In einer intensiven Phase von drei Wochen im Oktober wurden in Wien und Dornbirn zusammen 9 Projekte betreut. Daraus sind die besten Projekte ausgewählt (6 Projekte) worden, die letzte Woche in der Firmenzentrale der Telekom Austria vor ca. 25 interessierten Mitarbeitern präsentiert wurden. Es gab viel Anerkennung für die Arbeit. Die jungen Entrepreneure werden ihre Ideen nun weiter vorantreiben, teilweise schon mit Firmengründung Ende dieses Jahres.
Die Projekte sind:
Unser Tagesablauf wird von vielen Computern begleitet. Dem PC zuhause, dem Arbeitsplatzrechner, dem Rechner im Seminarraum oder in der Schule, dem öffentlichen Internetterminal. Wir sind täglich mit wechselnden Betriebssystemen, Programmen und Setups befasst. Wir möchten diese vielen Computer auf deren wesentliche Funktion reduzieren: Bildschrim - Tastatur - Connectivity. Alles andere (also alles persönliche) ist am persönlichen Stick, der jedes Terminal zum eigenen PC macht. Mit eigenem Betriebssystem, eigenen Programmen und persönlichen Daten. …
HomeOS, das Betriebsystem für dein Haus, ermöglicht das Steuern aller Geräte und Systeme im Haus über eine leicht bedienbare Plattform. In unserem täglichen Leben finden sich immer mehr automatisierte Geräte, so auch in unserem Haushalt. Derzeit beschränkt sich die „Home Automation” oft nur auf die Verbindung zwischen TV, Stereo und Licht. Wie aktuelle Studien und Trends zeigen, werden in Zukunft jedoch alle Geräte, wie zum Beispiel Heizung, Kühlschrank, TV, Licht, miteinander verbunden sein und möglicherweise jedes Gerät eine IP Adresse besitzen. …
Interfaces | Circle (booklet, PDF)
Wenn wir vom digitalen Haushalt sprechen, definieren immer noch 19” Bildschirm, Maus und QWERTZ-Tatstatur die Bedienbarkeit von Elektronik im Haushalt. Mit jedem digitalen Haushaltsgerät erlernen wir Abwandlungen der hergebrachten Navigations-, Schalt- und Steuerkonventionen: Menüs, Befehle, Ablauffolgen. Interfaced interieur begibt sich auf die Suche nach neuen Arten mit den digitalen Geräten des Haushalts umzugehen. Die Studie untersucht die Alternativen in der Interfacetechnik Mensch-Maschine und wird Designs für „heimgerechte Eingabeeinheiten” vorschlagen. …
Das Projekt „High Fidelity” soll verknüpfen, was in Haushalten - beim Wohnen und Arbeiten - nebeneinander existiert: die „analoge” Realität und deren digitale Erweiterung. Ungefähr 112.000.000 Ergebnisse für den Suchbegriff „Buch” in (0,22 Sekunden) - das ist Google. Aber wurden materiell existente Bücher oder Platten jemals so schnell physisch aufgefunden? …
GameMaestro ist der Projekttitel für die Entwicklung eines Gamecontrollers. Der Controller muss im Stehen bedient werden und soll so die körperliche Aktivität und den Spielspaß gleichermaßen erhöhen. …
Childs Computing (booklet, PDF)
Es sollte ein Design für einen Datenträger mit Kleinkindern entwickelt werden. Dabei spielt der DIY Ansatz eine besonders große Rolle. Keine fertigen Objekte sollen den Kindern übergeben werden, sondern Möglichkeiten zur Selbstgestaltung der vielleicht ersten eigenen Computer Komponente geboten werden. Die Datenträger Funktion tritt somit in diesem Entwicklungszusammenhang in den Hintergrund.

Im Kloster Und hat vom 29.8.-1.9.2008 der Prototyping Sprint A1 InnovationDays stattgefunden. 5 Teams wurden eingeladen, ihre Idee prototypisch umzusetzen. Es war eine fantastische Zeit und die Entwickler leisteten Unglaubliches. Daniel-Constantin Mierla (Gründer openSER, jetzt openSIPS) hat einen wunderbaren Auftakt am Freitag geschaffen. Schade, dass es nur einen Sieger geben konnte, es waren 3 Ideen so knapp, dass die Jury eine Stunde lang diskutierte.
Das freut mich natürlich, nach der doch sehr intensiven Vorarbeit und Umsetzung dieser Initiative. Erste Gespräche mit A1 gab es zu Weihnachten 2007, dann begann ich mit der Planungsarbeit für den Wettbewerb. Online war er Ende Juni. Durch die Begeisterung beflügelt, sind wir bereits gemeinsam mit A1 am überlegen, was das Thema für die nächsten A1 InnovationDays sein könnte. Vorschläge natürlich willkommen.
Zwei Entwickler haben schon gebloggt, Franz Knipp, vom Siegerteam und Hermann Stern vom Thunderbird Plug-In Team, ganz knapp an 2. Stelle.
Um weitere Eindrücke vom Vibe im Kloster zu bekommen, hier einige Links:
Erfrischender Bericht in der futurezone
Es gibt auch ein Wiki zum Prototyping Sprint, mit sehr vielen Infos rund um den Sprint, aber auch detaillierte Projektbeschreibungen.
Nach der Eröffnung des EnablingSpaces im Wien, wird nächste Woche in Dornbirn das zweite net.culture.lab eröffnet.
Zur offiziellen Eröffnung lädt die Sponsorin Telekom Austria zu einem Empfang mit Vortrag, Diskussion und Musik am Donnerstag den 11.10. ab 18 Uhr zum Thema: Kreativwirtschaft als Innovationsmotor (PDF). Am Tag davor organisiere ich ein Projektcamp, in dem die Projekte in einem intensiven Austausch von Experten auf den “next level” gehoben werden sollen.
