Entries tagged with “crowdsourcing” from fundiblog
The BellKor team won the $1 Million Prize. The last days were exciting, since the last 30-days (when the BellKor team announced that it had reached the targeted improvement rate) new team emerged trying to beat the BellKor team. More on this in The New York Times.
I still believe in the power of such crowdsourcing processes. However, companies must not mistake such initiatives with marketing fakery (just today I read in this context: Wie man die Nutzer zum Innovationsmotor heranzieht). Too many enthusiasts have been disappointed. Rightly. In the majority of cases, the most difficult part is the internal commitment. Otherwise, one division organises such a process, and after that the whole thing is dead. This does more damage to a company than not engaging in crowdsourcing at all.
TED Media started a crowd-sourcing initiative to deliver their talks to a wider audience. The crowd-sourcing process seems well elaborated, a pre-condition of any such initiative, unfortunately not always considered adequately. Newsweek interviewed June Cohen, executive producer of TED Media. An excerpt:
All of the reasons that we emphasized volunteer translation have been panning out. They’re collaborating with each other, spotting errors, even finding flaws in our professional translations—which was a real turnaround from where we thought we’d be at the beginning.
Letzte Woche hat im Rahmen der APA-E-Business-Community ein Panel zum Thema “Der Kunde als Innovator” stattgefunden. Viele Fragen blieben unbeantwortet, wohl auch deshalb, weil alles in einem Topf (Open Innovation, Crowdsourcing, Lead User, Prototyping) geworfen wurde. Frank Piller präsentiert das meines Erachtens sehr schlüssig (problem broadcasting (crowdsourcing), need information (lead user), etc), ohne zu sehr zu vereinfachen. Dementsprechend groß war dann auch am Ende die Verwirrung, was denn eigentlich jetzt Innovation und was permanente Produktentwicklung sei.
Heute bin ich über ein Posting gestolpert, das einige der Dimensionen und Abhängigkeiten beschreibt. Auch interessant, dass dies ein Bericht ebenfalls über eine Podiumsdiskussion ist. Zum Beispiel, dass es auch andere Aspekte, als Input zu Ideen / Testing der Ideen gibt:
Another compelling reason for using these tools is to demonstrate to your employees, customers and business partners that you are interested in their ideas and are listening and reacting. In fact this was the original and primary goal of IdeaStorm. I think of this as a “social good” - perhaps hard to quantify but very beneficial for any firm that can establish a good crowdsourcing technique and demonstrate the follow up.
Das ist auch eine Erfahrung, die ich u.a. mit dem Entwicklerwettbewerb für die mobilkom, A1 InnovationDays und den Innovationslabors für die Telekom Austria, net.culture.labs, gemacht habe. Oft geht es gar nicht um konkrete Produkte, sondern ein viel höherer Wert ist das Gespräch mit den “digital natives” (oder wie auch immer man sie bezeichnen mag). Das kann die Unternehmenskultur einer Organisation (zwar langsam) aber nachhaltig in Richtung Innovationskraft ändern.
Ich freue mich, bei den von Meral Akin-Hecke hervorragend organisierten Digitalks auch ein Thema vorstellen zu dürfen. Gemeinsam mit Werner Buhre geht es beim 6. Digitalk um Open Innovation & Crowdsourcing. Da ja bei den digitalks möglichst keine Präsentationen (Powerpoint, Keynote etc) verwendet werden sollen, stelle ich hier mein Template für den Abend vor.
OPEN INNOVATION
Der Begriff stammt von Henry Chesbrough, Professor für Management an der University of California. Ich mag es, wenn man die Person “kennenlernt”, von der gesprochen wird, daher ein kurzes Video über Open Innovation.
Es geht also um ein Pardigmawechsel vom alten Model des “Closed Model” zu einem neuen Model, das Chesbrough “Open Model”: nennt. Warum ist der (nicht) neue Ansatz momentan so präsent?
- weltweit verteiltes Wissen ist mittels IKT leicht und günstig zugänglich
- Internet als Enabler; funktioniert aber auch ohne
- Komplexität steigt (innovation timeline, erfolgreiche Google Applikationen meist zugekauft: YouTube, Blogger, Google Earth, Google Docs)
- es sind meist mehr Ideen vorhanden, als umgesetzt werden können -> Spin-offs, gemeinsame Projekte etc
- Unterschiedliche Welten zwischen Lösungsknow-how (innerhalb von Organisationen) und Know-how von Bedürfnissen (User, Kunden) -> Grundproblem bei Innovationen
Das Open Innovation Modell baut auf 2 Prämissen:
- Öffnung der organisatorischen Mauern in 2 Richtungen: von außen nach innen (zB Lead User (Eric von Hippel), Ideen von Lieferanten, Marketing durch Kunden, Projekte mit Geschäftspartnern, Expertise von Akademia etc) und von innen nach außen (Lizenzen, Joint Ventures, Spin-offs etc)
- Findet entlang des gesamten Innovationsprozesses statt, von der Ideengenerierung bis zur Platzierung am Markt (also nicht nur - was oft übersehen wird - im ersten Schritt, der Ideengenerierung)
Darstellung Innovationsprozess
Es geht also beim Open Innovation Ansatz um eine ganzheitliche (Innovations/Marketing/Kommunikations-)Strategie, wie diese Öffnung in beide Richtungen für die jeweilige Organisation umgesetzt und gelebt werden kann. Der “richtige” Mix (Masse (Crowd), Partnerschaften, Spin-offs etc) ist entscheidend und bedarf oft einer (starken) Änderung der Unternehmenskultur.
CROWDSOURCING
Crowdsourcing represents the act of a company or institution taking a function once performed by employees and outsourcing it to an undefined (and generally large) network of people in the form of an open call. This can take the form of peer-production (when the job is performed collaboratively), but is also often undertaken by sole individuals. (Howe 2006)
Viele weitere Begriffe für ähnliche Überlegungen: Wikinomics, Crowdsourcing, Cocreation, Interaktive Wertschöpfung (Piller), Schwarmintelligenz etc
WARUM IST DAS GANZE RELEVANT?
- Wie schaffe ich eine Nachfrage für ein Produkt, das noch nicht existiert, von einer Firma, von der noch niemand etwas gehört hat, auf einem umkämpften Markt mit starken Platzhirschen, ohne einen Cent für klassische Werbung auszugeben, ohne eigene Produktion, ohne Mitarbeiter und überhaupt ohne Kapital? (Brandeins): Brewtopia: 2002/Gründung: innerhalb von 13 Wochen Produktrealisierung | 140 Emailkontakte -> 16.000 Brewtopisten (=Markenbotschafter) | 2006 Gang an die Börse | 2007: Versand von Bier, Wasser und Wein in 50 Länder
- Eine halbe Million $ Profit pro Monat, ohne Risiko, kein Kapitalinvestment und (fast) keine Mitarbeiter (Piller): Threadless (deutscher Ableger Spreadshirt): keine eigene Designabteilung, Unterstützung der User (Enabler), Problem Broadcasting (keine Suche nach kreativen Talenten), sehr effizientes Screening
- Innocentive: Bsp.: Gesucht wird ein effizienter, praxisorientierter Syntheseweg für 6-Phenyl-Pyridyl-Derivate, der ohne Metallkatalysatoren für eine Kohlenstoffatomverbindung zwischen Pyridin und den Phenylringen auskommt; Studie von Karim Lakhani, HBS -> bereits intern am Problem gearbeitet (6 Monate - 2 Jahre) | 30% der intern nicht gelösten Probleme konnten gelöst werden, 45% erhielten Award | Durchschnittlich der Preise für Lösungen: $30.000 | Durchschnittliche Zeitaufwand der Sieger: 74 Stunden | Kosten für Unternehmen (pro Challenge): $60.000, dabei $10.300.000 an Wert generiert |
- 1 Mio. Dollar für einen besseren Algorithmus (Verbesserung > 10% gegenüber Cinecatch) bei der Empfehlung von Videos: es haben sich bereits 30.000 Leute aus über 100 verschiedenen Ländern angemeldet und fast 20.000 Algorithmen eingesandt | Team von AT&T: Verbesserung um 8,5% ($50.000)
- 10 Mio.$ für coole Applikationen, die mobile User überraschen und begeistern - Android Challenge
AUF WAS MUSS BEI OPEN INNOVATION & CROWDSOURCING GEACHTET WERDEN?
- Problemstellung ausrufen (Contest -> Design sehr wichtig: zB genau Problembeschreibung!), nicht nach Lösungen fragen -> Zugang zu Information von Userbedürfnissen
- Ganularität beachten und durch entsprechende Tools möglichst einfach zugänglich machen: lokales Wissen, Kollaboration, Emergenz etc
- Es müssen alle etwas davon haben
- Hohe Heterogenität herbeiführen -> Spezialisten/Domänenwissen innerhalb der Unternehmen aufbrechen
- Motivation: intrinsische (Problem zu lösen, Anerkennung in der Community, sich selber beweisen, eigene Nutzung, Brandbegeisterung (Apple) -> Kontakt mit Unternehmen) Aspekte meist wichtiger als extrinsische (Geld, Award)
- Authentizität, Transparenz, Kommunikation (wirkliches Interesse an der Meinung der User?, Reaktion auf die Mitarbeit der User?, Wertschätzung der Beiträge, Interne Infos preisgeben, Zeit? etc)
- Cluetrain Manifest
- Wie erreicht man die kreative Elite?
- Wie es nicht gemacht werden soll: E.On Power Mix Konfigurator
Anmerkung nach der Veranstaltung:
DIe beiden Aufgaben (Aufgabe 1, Aufgabe 2) haben mit dem fantastischen Publikum wirklich Spaß gemacht!