Entries tagged with “Emergente Innovation” from fundiblog
Daniel Häni, Gründer und Betreiber des Hubs Basel Mitte sowie überzeugter Verfechter der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hat in einem Interview im Lebensmagazin a tempo Interessantes zur Entstehung von Ideen gesagt.
a tempo
Was meinen Sie mit einer “echten Idee”?
Daniel Häni
Das ist ein Gedanke oder eine Idee, die mich so ergreift, dass ich innerlich das Gefühl der Stimmigkeit habe: Das ist es - obwohl ich nicht nachweisen kann, wie genau das geht und weitergeht! Damit meine ich nicht irgendeine spontane Begeisterung oder ein zweckmäßig «kreatives» Engagement. Eine Idee entsteht, dringt durch, wenn man lange und intensiv an etwas gearbeitet hat, die Idee quasi gereift ist - wie ein Apfel, der vom Baum fällt. Immer gilt: Man muss erst losmarschieren, einen Raum schaffen, in dem man viel erleben und erf ahren kann, und dann beginnt man langsam zu merken, was man da eigentlich will. Ich könnte auch sagen: was man soll. Das fällt dann nämlich zusammen. Oft wird heute vertreten, man müsse am Anfang wissen, was man will - aber das ist oft überhaupt nicht möglich. Dieser Ansatz erschlägt geradezu jede Initiative. Wenn man versucht, ein Probleme schon vorher zu lösen, z. B. mit einer schnellen Idee, kommt man nicht zum Erscheinen von Wirklichkeit und nicht zum selbstständigen Gehen.
Dies ist genau unser Verständnis von emergenter Innovation. Das Aufzuspüren, was latent vorhanden ist und diese Potentiale dann in (game-changing) Innovationen zu realiseren.
Ich bin eingeladen worden, auf der LEARNTEC in Karlsruhe nächstes Jahr (3.-5. Februar 2009) in dem Business Track “Innovation Lernen - Räume und Prozesse der Wissensgenerierung gestalten” zur Methode leap und zu dem Konzept des Enabling Space etwas zu sagen. Es geht dabei darum, wie Prozess UND Struktur die Grundlage für Innovationen bilden können.
Ich freue mich besonders auf die anderen Vortragenden in dieser Session: Stefan Camenzind wird über die Gestaltung des Google Office in Zürich sprechen, Peter Friedrich Stephan über neue Perspektiven des Wissensdesigns, Christian Stary über die Bedeutung von speziellen Lernumgebungen, und Brigitte Römmer-Nossek über “Innovationszone Interdisziplinarität - Wie kann die Fähigkeit zu interdisziplinärem Denken und Arbeiten gefördert werden?”.
I attended the lift-conference already last year and found the mix of people, ideas, projects and “enablers” (such as the cheese fondue) very good. This year, I convinced Markus Peschl, a colleague with whom I develop a new approach to radical innovation (hence “emergent innovation”), to present our work at one of the many formats the organisers offer. We started late, but we currently we are in good position to make it into one of the slots. Maybe, someone wants to support us, then please give us a vote.
From our proposition:
The fascinating aspect of “real” radical innovations does not primarily lie in their manifestations as entirely new services or products; what is of interest are rather the “mental innovations” and the “organically grown”, yet radically new forms and processes of knowledge (creation) having led to these manifestations. How can they be brought about?
We are proposing an alternative approach and knowledge technology to (radical) innovation (having been developed by M.Peschl and T.Fundneider): emergent innovation and enabling spaces.
Sometimes, (radical) innovation is the result of a brilliant idea which came up by chance. In most cases, however, a long process of brainstorming sessions, quantitative idea production, idea selection, market research, etc. has led to that innovation. Normally, these processes are based on the assumption that radical innovation is based on “far out”, “creative”, and completely orthogonal ideas (grafted onto the business from the outside), on a high quantity of — in most cases low quality — ideas going through a rigorous selection/evaluation process, etc.
The concept of emergent innovation follows a radically different approach: it is a socio-epistemological technology focusing on the cognitive processes leading to a new type of innovation (process). The core idea is that this kind of innovation emerges out of a process of both profound understanding of the innovation-object and reflecting and letting-go of predefined patterns of perception and thinking (compare also U-Theory). This leads to radical, yet “organic innovation” in the sense of both respecting and developing the core/essence of the innovation-object (be it a business, service, product, idea, etc.). This socio-epistemological technology of emergent innovation is a highly fragile and intellectually challenging process which has to be held in a container which we are referring to as enabling space; it is a multi-dimensional space enabling and facilitating these processes of knowledge creation. This enabling space comprises of a physical, social (trust, etc.), mental/cognitive, epistemological, as well as technological dimension.
Gestern hat Richard Barbrook (Information über ihn im Falter-Interview) im Museumsquartier sein neues Buch Imaginary Futures vorgestellt. Sehr gute Präsentation über die Auswirkungen der Entwicklung in den 40er, 50er, 60er Jahres des letzten Jahrhunderts auf das heutige (technologische, gesellschaftliche) Setting. Besonders interessant fand ich die Erwähnung gleich zu Beginn “The future is what it used to be”. Barbrook möchte damit sagen, dass unsere Gegenwart von den Trends/Prophezeiungen die in der Vergangenheit gemacht wurden, bestimmt ist. Im Falter-Interview sagt er hierzu:
Wenn all das ideologisch gefärbte Utopien sind: Was macht dann die „echte” Gegenwart aus? Es ist eine Gegenwart im Fluss, voller Ambiguität. Der Kalte Krieg ist zu Ende, die Apartheid abgeschafft, in den meisten Teilen der Welt hat die Demokratie gesiegt. Die traditionelle Macht ist eigentlich schwach ausgeprägt. … Aber aufgrund dieser Internet-Utopie sehen viele Menschen gar nicht, was man in der Wirklichkeit alles tun kann, um die Welt zu verändern. Es ist nicht das Internet, das die Welt verändern wird, es sind die Menschen. Und die sind in einer stärkeren Position als je zuvor in der Geschichte. Dazu kommt, dass das wirkliche Problem nicht darin besteht, den IMF zu besiegen. Sondern darin herauszufinden, was als nächstes zu tun ist.
Jedoch geht Barbrook noch weiter, indem er feststellt, dass - um die Gegenwart zu verstehen - die Zukunft verstanden werden muss. Dieser Aspekt ist auch zentraler Bestandteil eines Projektes, das ich gemeinsam mit Markus Peschl gerade umsetze: “EmergenteInnovation”. Otto Scharmer’s Überlegungen zur U-Theory fliessen stark in das Innovationsprojekt ein, unter anderem, was Otto Scharmer über die Identifizierung von radikal Neuem sagt: “Learning from the Future as it emerges”.
Learning from the Future is vital to innovation. Learning from the future involves intuition. It involves embracing high levels of ambiguity, uncertainty, and willingness to fail. It involves opening ourselves to the unthinkable and sometimes attempting to do the impossible. But the fears and risks are balanced by feeling ourselves part of something important that is emerging that will truly make a difference.
Hierzu arbeiten wir mit den Teilnehmern verschiedener Organisationen in einem sogenannten “EnablingSpace”, der einen geschützten (physischen, sozialen, intellektuellen, technologischen) Raum bietet, um die fragilen Ideen zu schützen und das Lernen von der Zukunft zu ermöglichen.
Gestern hat Richard Barbrook (Information über ihn im Falter-Interview) im Museumsquartier sein neues Buch Imaginary Futures vorgestellt. Sehr gute Präsentation über die Auswirkungen der Entwicklung in den 40er, 50er, 60er Jahres des letzten Jahrhunderts auf das heutige (technologische, gesellschaftliche) Setting. Besonders interessant fand ich die Erwähnung gleich zu Beginn “The future is what it used to be”. Barbrook möchte damit sagen, dass unsere Gegenwart von den Trends/Prophezeiungen die in der Vergangenheit gemacht wurden, bestimmt ist. Im Falter-Interview sagt er hierzu:
Wenn all das ideologisch gefärbte Utopien sind: Was macht dann die „echte” Gegenwart aus? Es ist eine Gegenwart im Fluss, voller Ambiguität. Der Kalte Krieg ist zu Ende, die Apartheid abgeschafft, in den meisten Teilen der Welt hat die Demokratie gesiegt. Die traditionelle Macht ist eigentlich schwach ausgeprägt. … Aber aufgrund dieser Internet-Utopie sehen viele Menschen gar nicht, was man in der Wirklichkeit alles tun kann, um die Welt zu verändern. Es ist nicht das Internet, das die Welt verändern wird, es sind die Menschen. Und die sind in einer stärkeren Position als je zuvor in der Geschichte. Dazu kommt, dass das wirkliche Problem nicht darin besteht, den IMF zu besiegen. Sondern darin herauszufinden, was als nächstes zu tun ist.
Jedoch geht Barbrook noch weiter, indem er feststellt, dass - um die Gegenwart zu verstehen - die Zukunft verstanden werden muss. Dieser Aspekt ist auch zentraler Bestandteil eines Projektes, das ich gemeinsam mit Markus Peschl gerade umsetze: “EmergenteInnovation”. Otto Scharmer’s Überlegungen zur U-Theory fliessen stark in das Innovationsprojekt ein, unter anderem, was Otto Scharmer über die Identifizierung von radikal Neuem sagt: “Learning from the Future as it emerges”.
Learning from the Future is vital to innovation. Learning from the future involves intuition. It involves embracing high levels of ambiguity, uncertainty, and willingness to fail. It involves opening ourselves to the unthinkable and sometimes attempting to do the impossible. But the fears and risks are balanced by feeling ourselves part of something important that is emerging that will truly make a difference.
Hierzu arbeiten wir mit den Teilnehmern verschiedener Organisationen in einem sogenannten “EnablingSpace”, der einen geschützten (physischen, sozialen, intellektuellen, technologischen) Raum bietet, um die fragilen Ideen zu schützen und das Lernen von der Zukunft zu ermöglichen.