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17.11.11

Die Zukunft der Universität neu erfinden. Universitäten als Enabling Spaces

Im Dossier Innovating Innovation auf ZukunftWissen beschäftigt sich der aktuelle Leitartikel mit der Zukunft der Universität, bzw. wie der Prozess einer Neugestaltung durchgeführt werden kann. Aus aktuellem Anlass (Architekturwettbewerb) wird die Zeppelin Universität angeführt. In diesem Beitrag werden die Illustrationen nachgereicht.

Ein etwas ausführlicherer Teaser…
Universitäten und universitäre Ausbildungssysteme stehen im Zeichen permanenter Veränderungen, die ob ihrer Komplexität kaum mehr vorhersagbar und kontrollierbar sind, und die mit großer Wirkung ganze Märkte und Branchen neu definieren, vor einer besonderen Herausforderung. Die zunehmende Schnelligkeit und Wucht der Veränderungen stellt viele Organisationen und Individuen vor Aufgaben, die sie mit Mustern und Antworten aus der Vergangenheit nicht mehr beantworten können. “Alte” Modelle und Werkzeuge greifen nicht mehr, neuen Denkinstrumenten fehlt die Erfahrung in der Anwendung. Dies mag auf den ersten Blick beängstigend wirken, vor allem wenn (kleine und große) Unternehmen grundlegende Steuerungsaufgaben dem Zufall überlassen (mit weitreichenden Konsequenzen vor allem für die Mitarbeiter), jedoch kann dieser Zustand auch als Chance gesehen werden. Eine dieser Chancen sehen die Autoren in der Zukunft der Universität.

In der momentanen Situation einer gesellschaftlichen Transformation, verstärkt durch die Möglichkeiten der Internet- und Kommunikationstechnologien sowie eines völlig veränderten Verständnisses von Wissens- und Innovationsprozessen, werden viele der in Stein gemeißelten Überzeugungen und Ansichten in ihren Grundfesten nicht nur hinterfragt sondern nachhaltig erschüttert. Sichtbar wird dieser Prozess oft durch ein Gefühl der Unsicherheit und dem Aufkommen von Polaritäten—also scheinbar widersprüchlichen Perspektiven, die eine klare Sichtweise auf Phänomene vernebeln.

Universität neu denken?
Diese Überlegungen laufen letztendlich auf die Frage hinaus, wie eine Universität der Zukunft mit eben diesen radikalen Veränderungsdynamiken, Widersprüchen, Unsicherheiten, etc. nicht nur umgehen kann, sondern wie Lehr-Lern- und Forschungskonzepte aussehen müssen, um Menschen auf diese Unwegsamkeiten adäquat vorzubereiten.

Klassischer Weise wird Universität konzeptionell als Campus gedacht (die Universität ist zumeist physisch an einem Ort gebunden), oder—schon etwas fortschrittlicher—als fluide Abfolge von Orten und Prozessen, die in permanenter Wechselbeziehung zu einem Curriculum steht: Streaming-lectures zu beliebigen Orten des Konsums, gemeinsame Konstruktion von Bedeutung in barcamp-ähnlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barcamp] Formaten an vielen verteilten Orten, Rückzugsmöglichkeiten und Interaktionen mit Kollegen/innen an Cafe-ähnlichen Orten, die von einer Universität betrieben werden, etc.

Die Zeppelin Universität in Friedrichshafen hat einen anderen weg gewählt. Als private “Pionieruniversität” 2003 gegründet, stellt die Universität am Bodensee—trotz ihres kurzen Bestehens—viele deutschsprachige Hochschulen in den Schatten: mit nur 25 (Junior-)Professoren und ca. 800 Studierenden ist die Zeppelin Universität regelmäßig unter den besten Deutschlands zu finden, räumt Preise für Forschungsprogramme und Innovationswettbewerbe ab und hat 2011 vom deutschen Wirtschaftsrat das eigenständigen Promotions- und Habilitationsrecht verliehen bekommen. Mit eigenen Worten beschreibt sich die Zeppelin Universität als „… eine Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik. Damit reagiert die Zeppelin Universität in der Lehre auf den rasant steigenden Bedarf an multi-disziplinär ausgebildeten Entscheidern und Kreativen in Institutionen von Wirtschaft, Kultur, Medien sowie Politik und in der Forschung auf die Innovationskraft der Zwischenräume und Grenzen der wissenschaftlichen Disziplinen, um von hier aus gesellschaftlich relevanten Fragen nachzugehen.”

Design eines neuen Campus an der Zeppelin Universität
Das inhaltliche Programm klingt anspruchsvoll. Wird es auch gelebt und ist es erfahrbar? Letztendlich geht es doch um die Frage von konkreten Artefakten: wie schauen unterschiedliche Formate der Lehre aus, was heißt “multi-disziplinär” im Alltag, wie kann das Potential der Grenzenüberschreitung wissenschaftlicher Disziplinen entfaltet werden, etc.?

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Illustrationen

Ankommen
Perspektive 1

Integration des Neubaus in die bestehende Kasernenstruktur
Perspektive 2

Eingangsfoyer
Eingangsbereich

Blick auf die Mensa
Blick auf die Mensa

Kernprozesse der Zeppelin Universität aus Sicht der Autoren
Kernprozesse Zeppelin Universität

Gestaltung Projektraum
Projektraum

Gestaltung Werkraum, Workshop/Atelier, „Wissensatelier”
Atelier-Werkraum

Die Bibliothek als Rahmen, um unterschiedliche Wissensprozesse durch integrierte Raum- und Sozialsituationen zu ermöglichen
Verteilte Wissensprozesse in der Bibliothek

Eine Treppe als Bibliothekszone
Bibliothek

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