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23.10.07

Google wird alt

Josef Joffe beschreibt in der Zeit das Weggehen von immer mehr Google-Mitarbeitern. Google feiert nächstes Jahr seinen 10. Geburtstag. Bei unserem Club2-Abend (wie ein Teilnehmer ob der interessanten Diskussion den Abend charakterisierte) zum Thema Emergente Innovation haben wir auch über Google und dessen Fähigkeit gesprochen, trotz der erreichten Größe (Marktwert 160 Milliarden Dollar, 14.000 Mitarbeiter), ihre Innovationsfähigkeit behalten zu haben. Offensichtlich beginnt dieser Mythos nun zu bröckeln. Ein verstärkender Faktor könnte sein, wenn der Gewinn - aus welchem Grund auch immer - einbricht und Investoren das Management unter Druck setzen.

Die Kluft zwischen Selbstbild und Wirklichkeit sei immer breiter geworden, sagt der abtrünnige Mitarbeiter Jonathan Belfer. »Wir geben uns als Kiddie-Company, sind aber eine Corporation mit einem Marktwert von 160 Milliarden geworden. Wir sind nicht mehr ein cooles Start-up, sondern eine richtige Erwachsenenfirma, auch wenn die Leute hier so jung sind wie ich und die Älteren auf ihren Motorrädern und mit Bart und T-Shirt auftauchen.« Jonathan beschreibt die Kluft so: »Nehmen wir an, ich habe eine tolle Idee, um meinen Bereich radikal zu verbessern. Ich müsste erst ein langes PRD (Produktionsanforderungsdokument) schreiben, dann einen Businessplan ausarbeiten, dann jede Abteilung hier im Googlexplex für die Idee gewinnen, also langwierige und frustrierende Koalitionsarbeit betreiben.« Wie in einem »richtigen« Unternehmen also, was Google aber nicht sein will? Selbst die Chefs geben das zu. Peter Wilson, ein leitender IT-Spezialist, erinnert sich: »Als die Firma noch klein war, konnte man mündlich kommunizieren«; jetzt müsse man »alles formalisieren und schriftlich machen«.

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