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19.02.07

Mass Customization Tagung 2007 in Salzburg/Puch

Frank Piller und Dominik Walcher haben letzten Freitag eine kleine (ca. 100 Teilnehmer) aber feine Veranstaltung in Salzburg zum Thema Open Innovation organisiert. Unter dem Titel Mass Customization Tagung 2007 haben zahlreiche Referenten sowohl aus der Wirtschaft (Adidas, Audi, Bene, Personal Novel, Festo, Edelwiser, Spreadhirt), aber auch aus der Wissenschaft (WU Wien, TU München etc) interessante Einblicke zu diesem Thema geliefert. Bei Mass Customization (MC) geht es darum, dass individualisierte Produkte mit Technologien der Massenfertigung hergestellt werden können. Da für individualisierte Produkte ein höherer Preis bezahlt wird, ist dieser Ansatz für Unternehmen interessant. Einhelliger Tenor aller bereits praktizierten MC-Ansätze ist, dass die im Hintergrund laufenden Prozesse grundlegend neu gestaltet werden müssen (wodurch MC zu einem sehr starken Change-Projekt wird (Berücksichtigung der Unternehmenskultur, der Mitarbeiter etc)).

Jochen Krisch von Exciting Commerce Blog war auch aktiv in die Tagung miteingebunden und hat bereits einige Postings auf seinem Blog veröffentlicht, die ich hier nicht zu wiederholen brauche: IQ-Shoe (es gab 8 verschiedene Workshops zu diesem Produkt, um die Intelligenz der Teilnehmer in die Marken/Produkt/Marktgestaltung miteinfliessen zu lassen), Edelwiser, und PersonalNovel.

Frank Pillar hat eine Arbeit von Klaus Moser präsentiert, der sieben Strategien identifiziert hat, um MC einzusetzen:
1) Profit taker
2) Vehicle for market entry
3) Path to mass producer
4) Build entry barrier & differentiation
5) Symbol to industry & market
6) Vehicle for learning (customer knowledge)
7) Vehicle for increasing operational efficiency

Diese Liste ist sicherlich ein guter Startpunkt für Unternehmen, die sich mit MC auseinandersetzen wollen. Besonders interessant finde ich jedoch die nicht gestellt Frage, ob MC auch einen Auswirkung auf die Strategie des Unternehmens hat. Ich denke schon, denn im Fall von bene - wenn nicht fixe Produkte angeboten werden, sondern Produktbeschreibungen mit entsprechenden Schnittstellendefinitionen - dann ist das Unternehmen viel flexibler, um auf neue Gegebenheiten und Möglichkeiten zu reagieren. Das Unternehmen verringert seine Core Rigidities, was oft bei größeren Firmen zum Problem wird.

Gut gefallen hat mir auch der Vortrag von Peter Keinz, der anhand einer Befragung von Designern und Architekten drei Anforderungen an Toolkits (bzw. Konfiguratoren) abgeleitet hat, die diese erfüllen müssen, um sie zu Problemlösungsassistenten im Designprozess zu machen:
1) Bearbeitbare Startpunkte (also nicht mit einem weissen Papier beginnen; das trifft auch gut mit dem was Karl Berger von bene gesagt hat: dass die neuen vielen Möglichkeiten sowohl die Kunden aber auch das eigene Sales-Team überfordern, so dass bene Vorschlagstypen im System abgebildet hat)
2) Speichermöglichkeiten für eigene Designs
3) Feedback aus der Community

Am Ende der Tagung habe ich noch Richard Mischak getroffen (den ich von der Open University Business School kenne) und wir haben uns über die Nachhaltigkeit von MC unterhalten: was kommt nach MC? Zurück zur kompromisslosen Maßanfertigung (da MC zu wenig Differenzierungspotenzial bietet)?

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