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9.02.06
Ethik und Wirtschaften
Das Österreichische Netzwerk für Wirtschaftsethik veranstaltet regelmäßig Themenabende im Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz. Vor 3 Tagen referierte Dr. Dietmar Kanatschnigg mit dem Titel ’Teilen macht glücklich’ (als Antipode zu ’Geiz ist geil’) über Ethik, Wirtschaften, Nachhaltigkeit und Lernen (Lernen durch Schock, Lernen durch Einsicht). Ich war sehr angenehm überrascht, einen (ehemaligen?) Seminarleiter von der BOKU wiederzutreffen. Zwar wurde in der anschließenden Diskussion versucht, konkrete Aktivitäten zu formulieren, gelungen ist dies aber nicht.
Corporate Social Responsibility, Corporate Goveranance etc (ich hatte selten - außer im Hyphe der 90er Jahre - so oft den Begriff Nachhaltigkeit gehört wie bei dieser Veranstaltung) sind momentan attraktive Schlagworte, wobei oft vergessen wird, dass diese keine Erfindung der letzten Jahre sind. Bereits im 19.Jht. wurde die Idee Corporate Social Responsibility diskutiert, in den 1950er Jahren dann wieder verstärkt aufgegriffen. Z.B. von Bowen (1953), der CSR im Buch ’Social Responsibilities of the Businessman’ folgendermaßen beschreibt:
’It refers to the obligation of businessmen to pursue those policies, to make those decisions, or to follow those lines of action which are desirable in terms of objectives and values of our society.’
Momentan gibt es 3 Denkrichtungen, warum CSR und ethische Überlegungen wichtig sind:
1) Ethisches Handeln ist der einzige richtige Weg, wie sich Organisationen verhalten sollen.
2) Stakeholder und die Gesellschaft erwarten von Organisationen, dass sie sich richtig, fair und gerecht verhalten (was auch immer die einzelnen Personen unter diesen 3 Begriffen verstehen).
3) Es ist im Interesse einer Organisation, sich ethisch korrekt zu verhalten.
Interssant finde ich den 3. Punkt. In der englisch-sprachigen Literatur wird der Begriff ’enlightened self-interest’ verwendet. Meiner Meinung nach, ist diese Charakterisierung zu sehr auf die Organisation selbst bezogen, denn die letzten Jahre haben gezeigt (Shell, Parmalat etc), dass eine positive/negative Konnotation von Unternehmen zu ethischen Überlegungen mit positiven/negativen finanziellen Ergebnissen korreliert. Oder wie es Mintzberg formuliert hat: it ’is the noble way for corporations to behave’.
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